Pflegehinweise für handgeknüpfte Teppiche
Ein handgeknüpfter Teppich benötigt besondere Pflege- und Reinigungsverfahren. Wenn Sie diese beachten, wird er Ihnen jahrzehntelang dienen, seine schönen Farben bewahren und seinen Wert behalten.
Ein Vorteil von Perserteppichen besteht darin, dass Schmutz nur sehr schwer in sie eindringt. Das hat mehrere Gründe. Bei hochwertigen Perserteppichen werden häufig Schafwolle und Seide miteinander kombiniert, und die Teppiche besitzen einen dichten Flor. Natürliche Wolle kann Schmutz von sich aus abweisen. Wollfasern enthalten von Natur aus Fett, das schmutzabweisend wirkt. Für besonders hochwertige Teppiche wird Wolle von Schafen aus Hochgebirgsregionen verwendet. Sie schützt die Tiere auf natürliche Weise vor Regen, Wind und Frost. Diese Wolle enthält Schutzstoffe wie Lanolin in höherer Konzentration als die Wolle von Schafen aus tieferen Lagen. Teppiche aus solcher Wolle zählen deshalb zu den widerstandsfähigsten.
Wenn doch einmal etwas verschüttet wird, reagieren Sie möglichst schnell. Wasser sollte sofort mit einem trockenen, weichen Tuch oder Papiertüchern aufgenommen werden. Lassen Sie es nicht in den Teppich einziehen, denn es könnte eingelagerte Verschmutzungen lösen und dadurch die Farbe verändern. Reiben Sie den Teppich beim Trocknen niemals. Auch Rotwein zieht wegen der fetthaltigen Fasern nur langsam ein; nehmen Sie ihn ebenfalls sofort mit einem Tuch auf. Persische Wollteppiche sind außerdem für ihre Widerstandsfähigkeit gegen Feuer bekannt und werden daher häufig vor einen Kamin gelegt. Treffen Funken auf den Teppich, genügt es in der Regel, die betroffene Stelle anschließend vorsichtig auszubürsten.
FLECKEN ENTFERNEN
Reagieren Sie sofort, damit die Verschmutzung nicht einzieht. Für unterschiedliche Flecken sind unterschiedliche Lösungen erforderlich. Tauchen Sie grundsätzlich eine Bürste in die geeignete Lösung und reinigen Sie vorsichtig in Florrichtung. Arbeiten Sie vom Rand des Flecks zur Mitte, damit er sich nicht vergrößert. Reinigen Sie die Stelle anschließend noch einmal mit klarem Wasser und trocknen Sie sie. Zum Schluss kann der Teppich noch abgesaugt werden, jedoch nur mit Luft.
Öl, Milch, Fett, Honig, Schokolade, Kakao, Tee, Obst, Tinte
– eine Lösung aus warmem Wasser und Seife
Bier, Wein, alkoholische Getränke
– eine Lösung aus Wasser und Alkohol
Blut
– ausschließlich kaltes Wasser mit Seife
Wachs
– über saugfähigem Papier ausbügeln
Auch Reinigungs- und Fleckenentfernungsmittel können verwendet werden, sie müssen jedoch für Naturfasern aus Schafwolle geeignet sein. Achten Sie darauf, keine aggressiven chemischen Produkte zu verwenden. Sie können den Schutzstoff Lanolin entfernen, die Fasern austrocknen und den Teppich verfärben. Professionelle Reinigungsmittel können durch milde Kernseife ersetzt werden.
Reinigung mit Trockenschaum zu Hause: Perserteppiche können zu Hause auch mit Trockenschaum gereinigt werden. Verwenden Sie ausschließlich Mittel, die für echte Perserteppiche aus Wolle bestimmt sind. Solche Produkte ermöglichen eine schonende Reinigung, ohne den Teppich zu beschädigen.
REINIGUNG MIT SCHNEE ZU HAUSE
Häufig genutzte Perserteppiche sollten einmal jährlich gereinigt werden. Neben einer professionellen Reinigung können Sie eine weitere besondere Eigenschaft von Perserteppichen nutzen: die vollständige Reinigung mit frisch gefallenem Schnee. Aufgrund seiner Zusammensetzung und Eigenschaften eignet sich Schnee gut zur Teppichreinigung. Das Verfahren ist einfach und vollständig umweltfreundlich. Es eignet sich nicht für vollflächig verlegte oder verklebte Teppiche, sondern für lose Teppiche – einheimische oder orientalische, gewöhnliche oder wertvolle. So gehen Sie vor:
Schritt 1: Besonders geeignet sind kleinere, handgefertigte, moderne oder wollene Teppiche sowie alle Teppiche, bei denen eine Nassreinigung bedenkenlos möglich ist. Für Teppiche, die nur trocken gereinigt werden dürfen, ist Schnee nicht geeignet. Große Teppiche sind vor allem wegen der Handhabung problematisch.
Schritt 2: Ideal ist frischer Pulverschnee, der nicht taut, sondern trocken und gefroren ist. Auch die Außentemperatur ist wichtig; sie sollte möglichst zwischen –4 und –6 Grad Celsius liegen. Saugen Sie den Teppich zunächst zu Hause ab, bringen Sie ihn nach draußen und legen Sie ihn mit dem Flor nach unten in den Schnee. Lassen Sie ihn dort eine Stunde oder länger an die Außentemperatur gewöhnen und durchfrieren. Anschließend können Sie ihn vorsichtig mit einem Besen ausklopfen, um weiteren Schmutz und Staub zu lösen. Klopfen Sie, bis kein Staub mehr austritt. Da dennoch Schmutz im Inneren verbleiben kann, kommt nun der Schnee zum Einsatz.
Schritt 3: Verteilen Sie eine leichte, einige Zentimeter hohe Schicht Pulverschnee auf dem Teppich und lassen Sie sie mindestens 15 Minuten einwirken. Arbeiten Sie den Schnee anschließend in die Fasern ein – durch vorsichtiges Begehen oder mit einem sauberen Besen. Achten Sie auf saubere Schuhe. Während der Schnee von einer Seite in den Teppich gedrückt wird, transportiert er auf der anderen Seite verbliebenen Schmutz und Staub heraus. Drehen Sie den Teppich anschließend um und reinigen Sie die zweite Seite auf dieselbe Weise. Tauender, vereister oder tiefer Schnee ist nur wenig wirksam; verwenden Sie frischen Pulverschnee. Der Vorgang kann mehrmals wiederholt werden, jeweils an einer sauberen Stelle.
Schritt 4: Entfernen Sie nach der letzten Reinigung den restlichen Schnee und hängen Sie den Teppich über eine Stange, einen Zaun oder ein Geländer. Lassen Sie ihn mindestens eine Stunde hängen. Alternativ kann er in einem Innenraum vollständig trocknen. Hängen Sie ihn dazu auf oder rollen Sie ihn sehr locker ein und stellen Sie ihn aufrecht ab. Erst wenn der Teppich nach mehreren Stunden vollständig getrocknet ist, darf er wieder auf den Boden gelegt werden.
WEITERE PFLEGEHINWEISE
Damit Ihr Perserteppich in gutem Zustand bleibt, beachten Sie bitte folgende Hinweise:
- – Ein neuer Teppich kann in den ersten drei bis vier Monaten Flor verlieren. Bei normaler Nutzung und Pflege lässt dies nach.
- – Setzen Sie den Teppich nicht dauerhafter Sonneneinstrahlung aus, da sich der Farbton verändern kann.
- – Stellen Sie keine Blumentöpfe auf den Teppich. Wasser und verdunstende Feuchtigkeit beschädigen das Grundgewebe. Drehen Sie den Teppich einmal jährlich, um ungleichmäßige Abnutzung zu vermeiden.
- – Fransen und Kanten sind besonders empfindlich. Lassen Sie festgestellte Schäden sofort reparieren.
- – Führen Sie keine chemische Reinigung selbst durch, auch nicht mit vermeintlichen Hausmitteln. Eine unsachgemäße Behandlung kann den Teppich tiefgreifend beschädigen und ihm das natürliche Fett und damit seine schmutzabweisende Wirkung entziehen.
- – Überlassen Sie eine chemische Reinigung Fachleuten, die Farbechtheit sowie eine schonende und sorgfältige Reinigung gewährleisten.
- – Bei Mottenbefall helfen häufiges Lüften und regelmäßiges Bewegen des Teppichs. Motten meiden Licht, bevorzugen Feuchtigkeit und vertragen weder Kälte noch große Hitze; ihre Eier benötigen Ruhe zur Entwicklung.
- – Rollen Sie den Teppich zur Lagerung mit dem Flor nach innen ein und verpacken Sie ihn luftdicht.
ZUSAMMENFASSUNG
- – Legen Sie einen neu gekauften Teppich auf einen trockenen, ebenen Untergrund.
- – Zur normalen Pflege gehört leichtes Staubsaugen einmal pro Woche, immer in Florrichtung. Verwenden Sie keinen Staubsauger mit rotierender Bürste, da diese die Fasern beschädigen kann.
- – Lüften und reinigen Sie regelmäßig.
- – Verwenden Sie keine entfettenden oder bleichenden Reinigungsmittel.
- – Unterschiede in Farbe und Erscheinungsbild sind Zeichen der Echtheit und Einzigartigkeit jedes Teppichs.
- – Feste Verunreinigungen wie Staub und Sand sind besonders schädlich für Wollteppiche. Legen Sie den Teppich auf eine feste, ebene Fläche, drehen Sie die Rückseite nach oben und saugen Sie sie ab. Drehen Sie ihn anschließend um und saugen Sie die Vorderseite. Perserteppiche dürfen nicht auf einem Teppichklopfer ausgeklopft werden.
- – Lassen Sie den Teppich einmal jährlich professionell oder mit frisch gefallenem Schnee reinigen.